Gartentipp „Gespinstmotten“

Auf Spaziergängen oder im Garten sind sie jetzt häufig zu sehen – fadenförmige Gespinste wie Spinnweben. Sieht man genauer hin, sind in den Knäueln kleine Raupen zu entdecken. Dabei handelt es sich nicht um Eichenprozessionsspinner oder Buchsbaumzünsler, sondern um Gespinstmotten.

Die Raupen sind gelblich bis grünlich gefärbt, nur schwach behaart und haben einen dunklen Kopf. Ihre Überwinterung erfolgt in ausgehärteten Puppen, bevor die Raupen im Frühjahr schlüpfen und in Gemeinschaft mit weiteren Raupen die charakteristischen Gespinste ausbilden – oft so stark, dass ganze Pflanzen eingesponnen werden. Ihre Nahrungsgrundlage sind junge Knospen und Blätter. Wirtspflanzen haben sie viele: Pfaffenhütchen, Weißdorn, Schlehe, Kirsche, Apfel oder Weide – im Gegensatz zum Buchsbaumzünsler, der nur an Buchs vorkommt, oder dem Eichenprozessionsspinner, der an Eichen zu finden ist. Durch den Fraß der Raupen an den Blättern und den Gespinsten leidet vor allem der Zierwert der Pflanze. Bei einem mehrjährigen Befall kann die Pflanze auch deutlich geschwächt werden, im Normalfall erholt sie sich aber wieder durch einen Neuaustrieb (Johannitrieb). Im Hausgarten empfiehlt es sich, befallene Triebe zu entfernen oder das Nest aufzureißen, damit Vögel an die Raupen gelangen, die sie an ihre Brut verfüttern können.